06.02.2016
Erhalt offener Kulturlandschaften

"Anlässlich des ersten Kulturfensters im Jahr 2016 trafen sich am 06. Februar bei fantastischem Wetter interessierte und fleißige Helfer, deren Ziel es war, mehrere wertvolle Weinbergstrockenmauern im Kehrenberg von dem in den letzten Jahren aufgekommenen Bewuchs zu befreien. In erster Linie sind es die Schlehen und Wildrosen, die sich unmittelbar oberhalb der Mauerkrone ausgebreitet haben, die drohen, mit ihrem Wurzelwerk von hinten gegen die Steinkonstruktion zu drücken und diese dadurch auf Dauer zum Einsturz zu bringen. Mithilfe von Motorsägen und -sensen haben die Teilnehmer des Kulturfensters daher die Büsche großflächig entfernt. Weitere positive Effekte: Der Erhalt der abwechslungsreichen, in der Region durch Weinbergssteillagen und viele Trockenmauern geprägten Kulturlandschaft sowie die Wiederherstellung besonnter, warmer Trockenstandorte, die Lebensraum zahlreicher eigentlich im Mittelmeerraum verbreiteter Tier- und Pflanzenarten sind. So sollen mit der Maßnahme u. a. die Bedingungen für den Segelfalter, die Schlingnatter und die bundesweit stark bedrohte Steppen-Sattelschrecke verbessert werden. Noch während der Arbeiten nutzte bereits eine Mauereidechse, eine Art, die ihren deutschen Verbreitungsschwerpunkt in Rheinland-Pfalz hat, das offene Mauerwerk für ein Sonnenbad. Des Weiteren wurden auf den nunmehr freien Flächen einzelne Blattrosetten des Purpur-Knabenkrautes sowie der Bocks-Riemenzungen, zweier ebenfalls sehr wärmebedürftiger Orchideenarten, festgestellt. Auch diesen schönen Pflanzen bieten die freigestellten Standorte nun beste Voraussetzungen, um sich wieder wohl fühlen zu können. Nicht zu kurz kamen schließlich die Teilnehmer, für deren leibliches Wohl in Gestalt von Weck, Worscht un Woi durch das Weingut Sterigerhof gesorgt wurde."

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